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Ambivalenzen interkorporaler Dynamiken. Zur Bedeutung der Körperpräsenz Dritter im Rahmen analoger und digitaler Hochschulseminare

  • Hintergrund In einer Bildungslandschaft, die häufig auf verbale Kommunikation ausgerichtet ist, rücken pädagogische Potenziale des Körpers zunehmend in den Fokus. Damit stellen sich auch Fragen zur Bedeutung von Körperpräsenz in unterschiedlichen Lehr-Lernformaten. Präsenz entsteht nicht allein durch physische Anwesenheit, sondern auch, wenn andere lediglich imaginär oder digital anwesend sind.Hintergrund In einer Bildungslandschaft, die häufig auf verbale Kommunikation ausgerichtet ist, rücken pädagogische Potenziale des Körpers zunehmend in den Fokus. Damit stellen sich auch Fragen zur Bedeutung von Körperpräsenz in unterschiedlichen Lehr-Lernformaten. Präsenz entsteht nicht allein durch physische Anwesenheit, sondern auch, wenn andere lediglich imaginär oder digital anwesend sind. An dieser prä-reflexiven Erfahrung scheinen sogenannte Dritte maßgeblich beteiligt, wobei empirische Befunde dazu ausstehen. Ziel der Arbeit ist es zu rekonstruieren, wie Teilnehmende die Bedeutung Dritter in analogen und digitalen Hochschulseminaren wahrnehmen, um daraus Impulse für eine diversitäts- und körpersensible Hochschullehre sowie sportpädagogische Konsequenzen abzuleiten. Methoden Im Promotionsvorhaben werden empirische Daten nach Methoden der qualitativen Sozialforschung erhoben. Dafür kommen episodische, leitfadengestützte Einzelinterviews mit Dozierenden und Studierenden (mit und ohne Behinderung) zu analogen bzw. digitalen Seminaren zum Einsatz. Zur Validierung der Interviewitems werden vorab Expert:innenratings eingesetzt. Abschließend folgt eine smartphonebasierte Tagebuchstudie, bei der die Teilnehmenden ihre Erfahrungen in ereignisbasierten Online-Einträgen dokumentieren. Ergebnisse Die Ergebnisse zeigen, dass die Körperpräsenz Dritter in Seminaren vielfältige Funktionen entfaltet, die sowohl in analogen als auch digitalen Formaten pädagogisch ambivalente Effekte aufweisen. Dritte sind dabei nicht nur passiv Anwesende, sondern sie gestalten das soziale Geschehen aktiv mit, indem sie unterstützen, animieren und Ordnungen aufrechterhalten. Zugleich können sie aber auch überlasten, ausschließen und Ordnungen transformieren, was besonders für Studierende mit Behinderung relevant scheint. Fazit Das körperliche und soziale Phänomen von Präsenz erweist sich nicht als gegebener Zustand, sondern als pädagogische Aufgabe. Die Arbeit entwickelt daher ein theoretisch und empirisch fundiertes Analysemodell und macht auf die Bedeutung eines sensiblen und bewussten Umgangs mit der Körperpräsenz Dritter aufmerksam, um hochschuldidaktische und sportpädagogische Settings angemessen zu gestalten und Teilhabemöglichkeiten zu verbessern.show moreshow less

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Metadaten
Author:Jonathan Knapp
Publishing Institution:Pädagogische Hochschule Heidelberg
Granting Institution:Pädagogische Hochschule Heidelberg, Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Fak. III)
Date of final exam:2026/05/06
Tag:Digitalität; Embodiment; Körperpräsenz; Theorien des Dritten
GND Keyword:Embodiment
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
URN:urn:nbn:de:bsz:he76-opus4-17852
DOI:https://doi.org/10.60497/opus-1785
Referee:Martin Giese, Angela Häußler
Advisor:Martin Giese, Angela Häußler
Year of Completion:2026
Release Date:2026/07/08
Page Number:175
Institutes:Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Fak. III)
hasSourceSWB:withoutPPN
Licence (German):License LogoVeröffentlichungsvertrag mit Print-on-Demand