Verständnis über Bildungserfolgsfaktoren – Erhebung der geographischen Bildung, der Rahmenbedingungen und der individuellen Eigenschaften von Schülern
- Zur Vertiefung des Verständnisses über Bildungserfolgsfaktoren wurden die geographische Bildung und die Entwicklung der Rahmenbedingungen und individuellen Eigenschaften von acht Schülern* aller Schularten zwischen Klasse 7-10 zu Untersuchungsbeginn in einem Zeitraum über mehrere Monate bis zu vier Jahren untersucht. Sie, Familienangehörige, Lehrer und Freunde wurden befragt. Außerdem wurden dieZur Vertiefung des Verständnisses über Bildungserfolgsfaktoren wurden die geographische Bildung und die Entwicklung der Rahmenbedingungen und individuellen Eigenschaften von acht Schülern* aller Schularten zwischen Klasse 7-10 zu Untersuchungsbeginn in einem Zeitraum über mehrere Monate bis zu vier Jahren untersucht. Sie, Familienangehörige, Lehrer und Freunde wurden befragt. Außerdem wurden die Schüler und ihr Umfeld beobachtet und Lehrmaterial untersucht. Als Anreiz und Gegenleistung für die Kooperation gab es kostenlose Nachhilfe schwerpunktmäßig in Mathematik. Zentrale Aspekte geographischer Bildung der letzten Bildungspläne Baden-Württembergs wurden durch Leitfadeninterviews erhoben. Hauptziel war das Erkennen des Verständnisses über relevante Zusammenhänge. Transkripte aller wesentlichen Gespräche ermöglichen den Lesern eigene Beurteilungen.
Geographiebezogen legen die Untersuchungen bei den acht Probanden nahe, dass das Ausmaß einer empfundenen Eingängigkeit, vermutlich bedingt durch einfache logische Schlüssigkeit und gedankliche Visualisierbarkeit, hauptverantwortlich sind, ob und wie lange Sachzusammenhänge dauerhaft verinnerlicht wurden. Ein Positivbeispiel ist hier die Entstehung von Erdbeben durch Plattenbewegungen, erklärt durch alle Probanden, ein Negativbeispiel der Passatkreislauf, erklärt durch keinen Probanden trotz teilweise ausführlicher Behandlung, ordentlicher Mitschriebe und wiederholter Zeichnungen von Schemata. Die Befragungen zeigten, dass zur überdauernden Verinnerlichung eines Sachverhalts es ausreichen kann, ein einziges Mal aufmerksam zuzuhören. Verfestigte Fehlvorstellungen verhinderten wahrscheinlich den Aufbau von Grundlagenverständnis. Konkret war auffällig, dass fünf der acht Probanden eine größere Sonnennähe statt des Einfallswinkels als hauptverantwortlich für die Ausbildung höherer Temperaturen in Äquatornähe ansahen. Der Konsum von Fernsehdokumentationen schien eine große Rolle beim Erwerb langfristigen Wissens und Verständnisses über geographische Sachverhalte bei denjenigen zu spielen, die sie zum Zeitvertreib immer mal wieder verfolgten.
Unter vielschichtigen Ergebnissen werden folgend für die Diskussion um Schule, Didaktik und Bildung möglichst relevante Erkenntnisse angesprochen. Die Untersuchung legt bei allen Probanden nahe, dass Bemühungen für die Schule vor allem aus der implizit oder explizit vorgetragenen Erwartungshaltung des Umfelds, der Sorge um die eigene Zukunft und Pflichtbewusstsein resultieren. Bei Erhalt des Glaubens an die eigenen Fähigkeiten scheint bei allen Probanden für die Hauptfächer die Leistungsrückmeldung insbesondere durch als nicht gut empfundene Noten wegen des Grundlagenerwerbs vor allem in der Unterstufe eine hohe Bedeutung für schulischen Bildungser-folg zu haben, wobei die Glaubwürdigkeit der Leistungsrückmeldung als Warnung eine zentrale Rolle spielt. Das Wiederholen einer Klasse schien aus der Rückschau bei zwei Probanden eine psychisch stabilisierende und schulleistungsmäßig zuträgliche Wirkung zu haben. Eine Probandin des Gymnasiums, die aufgrund der Corona-Sondersituation 2020 Klasse 9 nicht wiederholte und Angebote der Schule sich selbstüberschätzend nicht wahrnahm, verlor im Folgejahr ihren Glauben an ihre schulbezogenen Fähigkeiten und beendete ihre Schullaufbahn in schlechter psychischer Verfassung, ohne im Anschluss eine Ausbildung zu beginnen. Eine explizit vorgetragene Erwartungshaltung und kontrollierende Funktion der Eltern schienen bei den Probanden eine unterschiedliche Bedeutung zu haben.
Die Beleuchtung dieser und weiterer Aspekte soll dazu beitragen, eine Entscheidungsgrundlage für das Vornehmen von Veränderungen aller Art zu bilden, die das Bildungssystem berühren.
*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird fortan das generische Maskulin verwendet, das auch ausschließlich weibliche Personengruppen beinhaltet.…


| Author: | Johannes Hehlmann |
|---|---|
| Publishing Institution: | Pädagogische Hochschule Heidelberg |
| Granting Institution: | Pädagogische Hochschule Heidelberg, Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Fak. III) |
| Date of final exam: | 2025/09/16 |
| Tag: | Bildung; Bildungsbiographie; Bildungserfolg; Bildungserfolgsfaktoren; Geographie |
| GND Keyword: | Bildung; Bildungsbiographie; Bildungserfolgsfaktoren; Geographie; Lernerfolg |
| Document Type: | Doctoral Thesis |
| Language: | German |
| URN: | urn:nbn:de:bsz:he76-opus4-17716 |
| DOI: | https://doi.org/10.60497/opus-1771 |
| Referee: | Klaus-Dieter Hupke, Alexander Siegmund |
| Advisor: | Klaus-Dieter Hupke |
| Year of Completion: | 2026 |
| Release Date: | 2026/04/02 |
| Page Number: | 974 (Band 1 580, Band 2 394) |
| Institutes: | Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Fak. III) |
| Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Fak. III) / Institut für Geographie & Geokommunikation | |
| hasSourceSWB: | withoutPPN |
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