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KI und ChatGPT in Bildungskontexten : theoretische Uberlegungen und Beispiele aus der Praxis

  • Obwohl wir uns bereits an die enorme Geschwindigkeit der Entwicklung digitaler Kommunikationsmedien vom ersten breit vermarkteten PC (Commodore 64) 1982 bis zur heute alltäglichen Multimedia-Nutzung im beruflichen wie privaten Bereich gewöhnt hatten, war der rasante Aufstieg der breiten Nutzung von Kunstlicher Intelligenz dennoch sensationell. Gerade zwei Jahren sind zwischen der erstenObwohl wir uns bereits an die enorme Geschwindigkeit der Entwicklung digitaler Kommunikationsmedien vom ersten breit vermarkteten PC (Commodore 64) 1982 bis zur heute alltäglichen Multimedia-Nutzung im beruflichen wie privaten Bereich gewöhnt hatten, war der rasante Aufstieg der breiten Nutzung von Kunstlicher Intelligenz dennoch sensationell. Gerade zwei Jahren sind zwischen der ersten Open-Source-KI von ChatGPT und der Veröffentlichung dieses Sammelbandes vergangen, in denen drei weitere Versionen von ChatGPT mit stets gesteigerter Leistungsfähigkeit entwickelt wurden, die Nutzerinnen und Nutzern für alle denkbaren – zum Teil vorher auch undenkbaren – Dienste zur Verfügung stehen, von der Produktion unterschiedlichster Textformen über die Erstellung von Bildern bis hin zu musikalischen Kompositionen; vom Einsatz in Medizin, Verwaltung und Wirtschaft ganz zu schweigen. Auch wenn man darüber diskutieren kann, inwiefern es sich bei der KI um Intelligenz im strikten psychologischen Sinne handelt, dürfte unstrittig sein, dass diese Technologie unsere medialen Nutzungsmöglichkeiten so schnell revolutioniert hat, dass die Folgen für unsere bisherigen Denk- und Kommunikationsgewohnheiten bestenfalls im Ansatz absehbar sind, allein schon deswegen, weil die Geschwindigkeit der Innovationen und der damit einhergehenden Leistungspotenziale der Technik um ein Vielfaches die Geschwindigkeit übersteigt, mit der der an seine natürliche Grenzen gebundene Mensch sich verändern kann. Dass Lernen und Bildung sowie die damit befassten Institutionen Schule und Hochschule in besonderem Maße von dieser Entwicklung betroffen sind, steht außer Frage, fraglich erscheint vielmehr, was wir noch lernen müssen, wenn die KI uns vieles abnehmen kann, wofür wir vorher zum Teil erheblichen zeitlichen und intellektuellen Aufwand betreiben mussten und dies u. U. mit geringerem Erfolg als dem, den die KI innerhalb weniger Sekunden liefert. Diese Frage ist insbesondre dort virulent, wo es um institutionell erzwungene geistige Leistungen geht, also Hausaufgaben, Klausuren und andere Prüfungsformen. Der Reiz, sich diesem Zwang durch eine kurze Anfrage bei ChatGPT zu entziehen, ist nachweislich groß und zieht die weiterreichende Frage nach sich, was unter diesen Voraussetzungen noch als individuelle Leistung gelten und bewertet werden kann. Demgegenüber stehen die vielen Möglichkeiten, die die KI sowohl zur Unterstützung von individuellen Lernprozessen in nahezu allen Bereichen bietet als auch bei der Vorbereitung von Unterricht in Schule und Hochschule. Auch hier schließen sich weiterreichende Fragen an: Welchen Beitrag kann die KI zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten? Inwiefern muss man mit Hilfe der KI über sie hinausgehen, d. h. welche menschlichen Kompetenzen, die von der KI nicht übernommen werden können, müssen künftig verstärkt gefördert werden? Wie wirkt sich der Einsatz von KI auf die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden aus und wie verändert sie ggf. deren jeweiliges Rollenverständnis? Mit diesen Fragen befasste sich die internationale Tagung „KI und ChatGPT im Bildungsbereich“, die vom 8. bis 10. November 2023 an der Pädagogischen Hochschule im Rahmen des vom DAAD geforderten Programms „ProMobil“ stattfand, an der neben Forschenden von der Pädagogischen Hochschule Kollegen und Kolleginnen aus den USA, der Schweiz, der Türkei, der Ukraine sowie aus Belgien teilnahmen. Die Tagung befasste sich in vier Themenblocken zunächst mit theoretischen und praktischen Grundfragen des Einsatzes von KI, sodann mit den Nutzungsmöglichkeiten am Beispiel des Fremdsprachenlernens und empirischen Studien zur faktischen Nutzung von KI-Tools durch Lehrende und Lernende, um abschließend einen Blick auf die künftige Nutzung der KI zu werfen.show moreshow less

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Metadaten
Publishing Institution:Pädagogische Hochschule Heidelberg
DDC classes:300 Sozialwissenschaften / 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen / 370 Bildung und Erziehung
300 Sozialwissenschaften / 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen / 371 Schulen, schulische Tätigkeiten; Sonderpädagogik
Document Type:Book
Language:German
Series (Serial Number):Diskurs Bildung : Schriftenreihe der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (67)
URN:urn:nbn:de:bsz:he76-opus4-17479
DOI:https://doi.org/10.60497/opus-1747
ISBN:978-3-86809-205-9
Publisher:Mattes
Place of publication:Heidelberg
Editor:Anja Bast-Schneider, Claudia Eckhardt-Kamps, Karl-Heinz Dammer, Henrike Schön
Year of Completion:2025
Release Date:2025/06/23
Page Number:208
hasSourceSWB:withoutPPN
Licence (German):License LogoCreative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International