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Subjektives Befinden hörgeschädigter Kinder in Alltagssituationen. Eine vergleichende Studie zu positiver und negativer Aktivierung 11- bis 13-jähriger integriert beschulter hörgeschädigter und hörender Kinder

Subjective wellbeing of hard of hearing children in daily life

  • Bislang vorliegende Studien zur sozialemotionalen Entwicklung von integriert beschulten hörgeschädigten Kindern befassen sich ausschließlich mit dem habituellen Befinden dieser Kinder. In diesen Studien wird das Befinden im Kontext Schule situations-übergreifend, beispielsweise mit Einmalbefragungen zum Integrationsbefinden, erfasst. Befunde zeigen, dass das emotionale Befinden dieser Kinder schlechter ist als das hörender Gleichaltriger. Die hier durchgeführte Studie untersucht das aktuelle Erleben des emotionalen Befindens von 78 einzelintegrierten, hörgeschädigten und 78 hörenden 11- bis 13-jährigen Kindern an Schweizer Grundschulen in ihrem Integrationsalltag (Schule und Freizeit). Die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen dokumentierten während sieben Tagen fünfmal täglich ihr Befinden in verschiedenen Alltagssituationen. Dieser Zugang über die Experience Sampling Method, einem signalkontingenten Zeitstichprobenverfahren (Csikszentmihalyi et al., 1977), liefert eine Stichprobe von 4881 Zeitpunkten, welche die subjektiven Einschätzungen zur positiven und negativen Aktivierung (PANAVA-KS nach Schallberger, 2005) mit den aktuell erlebten Situationsbedingungen (Lautstärke, Tätigkeit, Sozialform) belegen. Die Ergebnisse zeigen, dass die hörgeschädigten Kinder auf einem höheren Level positiv aktiviert sind als ihre hörenden Klassenkameraden: Sie fühlen sich motivierter, wacher, begeisterter und haben mehr Energie. Die erwartete höhere negative Aktivierung – mehr Stress, Ärger, Nervosität oder Besorgtheit – zeigt sich nicht. Hierarchische Regressionen führen vor Augen, dass Situationsbedingungen wie beispielsweise zunehmende Lautstärke oder zunehmende ‚Beteiligung anderer am eigenen Tun‘ verstärkend auf die negative Aktivierung der hörgeschädigten Kinder wirken. Bei den hörenden Kindern ist dies nicht so. Es zeigt sich zudem, dass besonders hörgeschädigte Kinder von der Persönlichkeitsdimension Verträglichkeit profitieren. Es kann angenommen werden, dass die Hörschädigung durch einen stärkeren Einsatz des so genannten Annäherungssystems, welches für positive Aktivierung steht, kompensiert wird.
  • Existing data of hard of hearing children in inclusive settings have their focus only on habitual wellbeing. These Studies examine the quality of affect in schoolsettings in surveys carried out once only. Findings show that hard of hearing children have a lower wellbeing compared to their normalhearing peers. The present study examines the momentary experience of emotional activation of 78 hard of hearing 11- to 13-years old children in inclusion compared to normal hearing peers in elementary schools in Switzerland during their daily life (school and leisure time). These students give records of their wellbeing during seven days five times a day in different daily situations. The approach with the Experience Sampling Method (ESM, Csikszentmihalyi et al., 1977) gives a sampling of 4881 timepoints of subjective ratings of the positive and negative activation (PANAVA-KS, Schallberger, 2005) of these children during momentary experienced situational conditions (loudness, activity, social arrangment). Findings show higher positive activation in hard of hearing children: they feel more motivated, awake, enthusiastic and have more energy. The expected higher level of negative activation – stress, anger, nervousness and worry – could not have been confirmed. Multilevel analysis show that situational conditions, for example higher loudness or ‚participation of others in my activity’, increase negative activation of hard of hearing children only, not of hearing children. Aditionally, particularly hard of hearing children benefit from the personality trait ‚agreeableness’. It can be assumed that deafness is compensated for a adaptive motivational system that mediates goal-directed approach behaviors, which stands for positive activation.

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Metadaten
Author:Mireille Audeoud
Publishing Institution:Pädagogische Hochschule Heidelberg
Granting Institution:Pädagogische Hochschule Heidelberg, Fakultät für Erziehungs- und Sozialwissenschaften (Fak. I)
Date of final exam:2012/07/04
DDC class:100 Philosophie und Psychologie / 150 Psychologie
Tag:Befindensqualität
experience sampling method; hard of hearing; positive negative activation
GND Keyword:Befindlichkeit; Hörgeschädigtenpädagogik; Integration; Kontextanalyse
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
URN:urn:nbn:de:bsz:he76-opus-75289
Advisor:Manfred Hintermair
Date of Publication (online):2012/12/04
Release Date:2012/12/04
Institutes:Fakultät für Erziehungs- und Sozialwissenschaften (Fak. I) / Institut für Sonderpädagogik
Licence (German):License LogoVeröffentlichungsvertrag ohne Print-on-Demand